Eine Zukunft für die Riesen der Donau

Störe gibt es auf der Erde seit der Zeit der Dinosaurier, also schon lange vor uns. Doch nun haben wir den urtümlichen Fischen das Überleben so schwer gemacht, dass sie als am stärksten gefährdete Artengruppe auf der Roten Liste stehen.

Von den sechs Stör-Arten, die es ursprünglich in der Donau gab, gelten fünf als vom Aussterben bedroht – wobei eine davon hier sogar bereits ausgestorben ist. Die größten Vorkommen gibt es noch an der unteren Donau bis zu deren Mündung ins Schwarze Meer. Die akuteste Gefahr ist die Überfischung, die vor allem durch die astronomischen Preise von Kaviar getrieben ist.

Der Fang von Stören und der Handel mit Kaviar war traditionell eine wichtige Einnahmequelle für Fischer am Unterlauf der Donau. Noch bis vor wenigen Jahren waren Rumänien und Bulgarien unter den zehn größten Kaviar-Exportländern weltweit.

Doch die Situation der Störe, deren Bestände schon seit Jahrzehnten stark zurückgegangen waren, ist mittlerweile so dramatisch, dass in beiden Ländern ein Fangverbot für Störe verhängt wurde das bis Ende 2020 gilt. Dennoch werden Störe immer noch illegal gefangen, weil sie eine zu wichtige Einnahmequelle in armen Regionen sind und weil das Auge des Gesetzes nicht immer scharf genug ist und nicht überall zugleich sein kann.

Internationales Projekt zum Schutz der Störe
Der WWF kämpft daher besonders dafür, die Überfischung zu stoppen und das Überleben der Störe zu sichern. Im mittlerweile zweiten EU-LIFE-Projekt arbeiten wir mit Fischern, Behördenvertretern und anderen wichtigen Gruppen in Bulgarien, Rumänien, Serbien und der Ukraine, um ihr Verständnis und Bewusstsein für den Schutz der Störe zu erhöhen. Das Projekt wird je zur Hälfte von der Europäischen Kommission und vom WWF finanziert und bis 2020 laufen. 

Ohne das Verständnis der Fischer werden wir die Störe nicht retten können. Daher besuchen lokale „WWF-Störanwälte“ regelmäßig Fischerdörfer an der Donau und am Schwarzen Meer, um mit Fischern zu diskutieren, ihnen die prekäre Lage der Störe zu vermitteln aber auch mehr über die Bedürfnisse der Fischer in Erfahrung zu bringen. Vor allem sollen gemeinsam alternative Einnahmequellen zur Störfischerei entwickelt werden.

Sehr wichtig ist es auch, die Arbeit der zuständigen Behörden zu unterstützen. Fischerei-Inspektoren, Grenzpolizisten, Zöllnern etc. soll mit speziell entwickelten Trainingskursen, Handbüchern, Videos und dem Austausch mit internationalen Experten geholfen werden, den illegalen Störfang und Kaviarhandel wirkungsvoll zu bekämpfen.

Wir haben gespendet!